Vorweg

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

es wird Zeit, noch einen Schritt weiter mit der Zeit zu gehen:
  • weil ich davon ausgehe, dass doch mehr Menschen am Wochenende Zeit vor dem Computer verbringen als unter meiner in der Regel nicht vorhandenen Kanzel,
  • weil ich der Überzeugung bin, dass die Predigt aus dem Gespräch mit der Gemeinde entsteht und wieder ins Gespräch der Gemeinde muss,
  • weil ein Blog das geeignete Medium der "Circulation des religiösen Interesses" (Schleiermacher) heute ist,
  • weil ich gerne höre und lese, was andere denken und glauben
  • und weil mir viele Menschen verbunden sind, die es in aller Welt leben, nur nicht in Troisdorf (was nahelegt, dass Troisdorf doch nicht der Nabel der Welt ist... - Aber wir arbeiten dran!)
darum mache ich diesen Blog.
Und freue mich über jede und jeden, der seine Meinung äußert: Kreativ, querdenkend, kritisch, fromm, kabarettistisch oder einfach nur so.

Viel Spaß und manche Inspiration
wünscht
Pfr. Dietmar Pistorius

Kommentare

  1. Das war eine gute Predigt zu einem aktuellen, interessanten Thema. Ja, die Vertreter der Kirche sind keine Heiligen - und die evangelischen Pfarrer und Pfarrerinnen definieren sich sicherlich heutzutage großteilig auch so. Wahrscheinlich ist dies bei den meisten katholischen ebenfalls so.

    Viele jüngere Menschen werden es auch nicht erwarten oder wollen, dass Pfarrer/innen fehlerfrei sind, denn erst, wenn diese selber gelernt haben, mit ihren eigenen Fehlern umzugehen und dazu zu stehen, können sie sich in die Fehlerhaftigkeit ihrer Gemeindemitglieder hineinversetzen und sie in Konfliktsituationen kompetent beraten.

    Aus diesem Grunde habe ich persönlich auch meine Schwierigkeiten mit dem Zölibat: Wie kann mich ein zölibatär lebender Pastor bei Ehe- oder Familienproblemen beraten? Alles ist doch nur blanke Theorie.

    Sicherlich muss ein Pfarrer nicht jedes Problem selbst erlebt und gelöst haben – er muss keine Bank überfallen haben, um Strafgefangene beraten zu können. Aber je besser der Pfarrer mit beiden Beinen auf der Erde steht, desto besser wird er mich auch verstehen können.

    Es ist zwar nicht gut, wenn sich die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche heftig betrinkt, aber wer hat das nicht selber schon einmal getan. Weniger verzeihlich ist, dass sie mit diesem Alkoholgehalt Auto fährt und andere Personen gefährdet hat (sich selbst zu gefährden ist dumm, aber es betrifft - außer vielleicht ihre Angehörigen – nur sie selbst). Es zeugt von großem Verantwortungsbewusstsein, daraus die Konsequenzen zu ziehen, ich persönlich finde den Rücktritt jedoch sehr schade. Es ist ein Verlust, der vielleicht doch hätte vermieden werden können. Ich finde, es hätte gereicht, wenn sie Reue gezeigt hätte, den Fall ausgiebig in der Öffentlichkeit diskutiert hätte und sich ansonsten der Justiz gestellt hätte. Es hätte ihre Demut erhöht und damit ihre Kompetenz und auch ihre Glaubwürdigkeit gestärkt.

    Ganz anders bewerte und gewichte ich jedoch die Vorgänge in der katholischen Kirche. Man kann den sexuellen Missbrauch von Abhängigen auf keinen Fall mit dem Vorgang Käßmann in einen Topf werfen. Das ist etwas ganz anderes. Auch das Verschweigen und jahrelange Unter-den-Tisch-kehren solcher Vergehen ist ganz klar eine andere Kategorie.

    Diese Gewichtung habe ich in der Predigt vermisst, allerdings kann ich mir vorstellen, dass es sehr schwierig ist, als protestantischer Pfarrer zu sagen, die Vorfälle in den eigenen Reihen sind nicht so schwerwiegend wie die der anderen. Trotzdem: Auch wenn es unverantwortlich ist, betrunken Auto zu fahren, so ist es – vor allem in der Häufigkeit und der Länge der Zeitspanne – sehr viel schwerwiegender, Kinder und Jugendliche sexuell zu missbrauchen.

    Erst wenn sich diese Pastöre zu ihren Taten bekennen würden und wenn deren Vorgesetzte sich unverzüglich nach dem Bekanntwerden (nicht erst dem Bekanntwerden in der Öffentlichkeit) der Justiz stellen würden, dann würde ich glauben, dass diese Herren sich selber nicht als – ja was denn überhaupt - betrachten. Heilig werden sie sich doch wohl nicht finden.

    Allerdings war die Fragestellung der Predigt anders gemeint, denke ich: Wir Gemeindemitglieder sollen nicht erwarten, dass unsere Pfarrer/innen heilig, sprich: fehlerfrei sind. Aber ich zumindest tue dies nicht. Ich betrachte einen Pfarrer oder eine Pfarrerin als besonders vertrauenswürdig, wenn ich merke, er oder sie ist ein ganz normaler Mensch. Aber dieses Gefühl kann ich eben leider nur bei einem evangelischen Pfarrer oder einer evangelischen Pfarrerin haben, auch bei Frau Käßmann. Die katholische Kirche mit ihren Vertretern kann ich in dieser Beziehung bis zur Abschaffung des Zölibats und bis zum gleichberechtigten Einsatz von Frauen in den Priesterberuf leider noch nicht als normal ansehen.

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  2. Mutter und Vater haben Verantwortung der Familie gegenüber.
    Bricht einer durch Fehlverhalten die Verantwortung der Familie gegenüber, geht die Familie kaputt und aus der Familie und den Kindern wird, weiß ich was. Hat man vertrauen zu seiner Familie und steht zu dem was man getan hat, hilft sie Einem und man kann gemeinsam auch das größte Problem lösen.

    Frank Schmitz
    Die Familie und man selbst ist gerettet.
    Das gleich haben wir auch bei der Kirche und wir sehen es an der Anzahl der Kirchgänger.
    Ich kenne viel die sagen das sie an Gott glauben und dazu keine Kirche brauchen.
    Ich kann die Leute sehr gut verstehen, denn Sie haben recht.
    Man kann vor einem Problem nicht weg laufen ,sondern muss dazu stehen und es lösen, doch das tut die Obrigkeit leider nicht.
    Sie lügt lieber oder läuft weg als das sich dem Problem stellt und es löst.
    Dann ist das Gejammer groß, weil keiner mehr an die „Kirche“ glaubt und die Mitgliederzahlen schrumpfen.
    Ich denke ich habe alles gesagt und weiß, das es eh nichts bringt, denn die Leute die es betrifft wissen das längst schon, lügen weiter und laufen vor ihren Problemen weiter davon.

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