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Geistliche Wirklichkeit

Predigt zu 1. Korinther 2,12-16
Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, damit wir wissen, was uns von Gott geschenkt ist.
Und davon reden wir auch nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen.
Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden.
Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt. Denn »wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen«? (Jesaja 40,13) Wir aber haben Christi Sinn.
Liebe Gemeinde,
Dieser Tage fiel mir ein Buch in die Hände…
Wobei, ehrlich gesagt, es fiel mir nicht in die Hände, sondern zunächst einmal hat es uns eine Dozentin in meiner Supervisionsausbildung empfohlen, und dann wurde ich beim Lesen des Predigttextes daran erinnert und habe gesucht, wo ich…

Neuer Bund und alte Treue

Predigt zu Jeremia 31,31-34 in der Johanneskirche Troisdorf
Liebe Gemeinde,
zwischen Heil und Heil das Jetzt. Zeit im Dazwischen. Nicht gut, nicht böse – bloß kein Heil. Nicht mehr und noch nicht. Unsere Zeit.
Der Sonntag Exaudi – zwischen Himmelfahrt und Pfingsten – führt uns dieses Dazwischen unserer Existenz vor Augen und weiß um die Sehnsucht nach mehr,
der Sehnsucht, die uns Menschen umtreiben kann in diese Zeiten,
die Sehnsucht nach einer Zeit, in der „alle Menschen Brüder sind“,
der Zeit, in der „die Söhne von früheren Sklaven und die Söhne von früheren Sklavenbesitzern auf den roten Hügeln von Georgia sich am Tisch der Bruderschaft gemeinsam niedersetzen können“,
der Zeit, „in der Gott abwischen wird alle Tränen von ihren Augen und der Tod wird nicht mehr sein noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein“,
jener Zeit, in der „Wolf und Lamm beieinander weiden und der Löwe Stroh fressen wird wie das Rind…“
Der Sonntag weiß um die Sehnsucht nach Gottes neuer Welt und ruft dahe…

Kühnheit des Glaubens

Predigt zu Jesaja 7,1-14 (in Auswahl)für solche, die keine Angst vor der Angst habenHeilig Abend 2017 - Johanneskirche Troisdorf
Liebe Gemeinde, wer ernsthaft verstehen will, was in der Heiligen Nacht geschah, muss sein Ohr den Propheten Israels leihen.
Den Propheten Israels, die mit ihren Worten Wunden rissen in die Felder der Gewohnheit und ein weit Entlegenes hereinholten für den Tagelöhner, der längst nicht mehr wartet am Abend[1], oder für die Mächtigen, gottlos sich ängstigend vor der Macht, die nicht ihre eigene ist… Weshalb eine Religion, die im Judentum wurzelt und auf die Propheten Israels hört, niemals unpolitisch sein kann… Auch wenn die Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag uns Kirchen das zum Vorwurf macht… Aber Gott mehr zu vertrauen als unserer Angst, wird spätestens da politisch, wo Politik aus Angst gemacht wird.
Der König Ahas hatte Angst. Angst vor den Herrschern aus dem Norden, den Aramäern und dem Nordstaat Israel, die ihn mit Krieg bedrohten. Da tritt ihm der …

Hephata - Tu Dich auf - Die Predigt zum Nachhören

Hephata - Tu dich auf!

Predigt zu Markus 7,31-37 zum Festgottesdienst anlässlich der Feier zu 500 Jahre Reformation in der Johanneskirche Troisdorf
„Der Glaube kommt aus dem Hören“ haben wir eben gehört. „Der Glaube kommt aus der Predigt“ hat Martin Luther den Vers aus Römer 10,17 übersetzt. „Der Glaube kommt aus dem Hörensagen“, würde ich übersetzen. Predigt als Sprech- und Hörereignis, darum geht es.
500 Jahre Reformation: in der Fülle dessen, was da heute so alles gesagt werden wird, liebe Gemeinde, will ich uns begrenzen aufs Predigthören und zurückführen auf die reformatorische Erkenntnis: Der Glaube kommt aus dem Hörensagen.
Ich will es wagen, heute eine Predigt zu halten, die eine Erzählung ist über einen, der eine Predigt hörte. Der, der dort predigte, - und deshalb wage ich es gerne, - ist unumstritten ein großer Prediger gewesen: Martin Luther.
Also wenn ihnen das, was ich erzähle nicht gefällt, dann haben sie zum Trost immer noch die Predigt Luthers. Nun aber will ich von meinem Predigthörer erzählen:…

Gastfreundschaft - Die Predigt zum Nachhören

Hier gibt es die Predigt aus dem Gottesdienst mit den Mitarbeitenden des Kirchencafés zum Nachhören.

Gastfreundschaft

Predigt im Gottesdienst mit den Mitarbeitenden des Kirchencafés in der Johanneskirche zu 1. Mose 18,1-8 Sonntag, 24. September 2017 - Johanneskirche
Liebe Gemeinde,
Geschichten, die das Leben schreibt, hier im Kirchencafé. Erzählungen von Begegnungen, manchmal heiter, manchmal ernst, manchmal traurig, anrührend oft, unangenehm hin und wieder… Café – Geschichten.
Menschen, die das Leben teilen in Erzählungen. Für einen kurzen Augenblick nur -  die einen; ziehen weiter wie ein flüchtiger Schatten. Andere kommen wieder, immer und immer wieder, haben das Kirchencafé zum zweiten Wohnzimmer gemacht… wenn sie denn überhaupt ein erstes haben.
Am Ende aber gehen sie alle. Wie viele Menschen wir in den rund 15 Jahren Kirchencafé schon ins „Ich weiß nicht, was aus ihm geworden ist…“ still und leise verabschiedet haben?
Das Kirchencafé ist wohl ein Ort zum Verweilen, nicht aber zum Bleiben. Gäste sind Gäste, Gemeinschaft auf Zeit…
Muss man das begründen?
Muss man das begründen, dass Kirche ein Angebot ma…