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Hiobsbotschaften

Predigt zu Hiob 14,1-6  am Drittletzten Sonntag des Kirchenjahres  in der Johanneskirche, der evangelischen Stadtkirche in Troisdorf
Als Gott der Herr die Welt schuf, am Anfang, da sprach er: „Es werde Licht!“ Und es ward Licht. Und Gott schied das Licht von der Finsternis und nannte das Licht „Tag“ und die Finsternis „Nacht“. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
So ward am Anfang die Zeit. Und sie wurde unterscheidbar, gegliedert, hat Rhythmus und Struktur: Abend und Morgen, Woche und Monat und Jahr.
Das Kirchenjahr mit seiner Abfolge von Sonntagen erinnert uns in dieser Zeit an Gottes Zeit: Seine Zeit und Geschichte mit uns Menschen, seine Verheißungen und seine Zukunft.
Heute, liebe Gemeinde, haben wird den Drittletzten Sonntag des Kirchenjahres. Also nicht mehr den soundsovielten Sonntag nach dem Trinitatisfest, jener langen Zeit im Kirchenjahr, mit der man nicht so recht etwas anzufangen weiß, sondern endlich mal wieder ein Sonntag, der ein klar erkennbares Profil hat.
Worum geht e…

Spiel's nochmal, Sam...

Predigt zu 1. Korinther, 7,29-32a


Liebe Gemeinde, damit wir etwas erfahren von unserer Freiheit in der Zeit und von der Zeit und unsere Sorge ihren Ort finde und ihre Grenze, darum hören wir heute aus dem 1. Korinther 7,29-32:
Das sage ich aber, liebe Geschwister: Die Zeit ist kurz.
Darum sollen die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine; und die weinen, als weinten sie nicht; und die sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die kaufen, als behielten sie es nicht; und die diese Welt gebrauchen, als brauchten sie sie nicht. Denn das Wesen dieser Welt vergeht. Ich möchte aber, dass ihr ohne Sorge seid.
I. „Man müsste“, liebe Gemeinde, „Klavier spielen können...“.
Als Prediger mein‘ ich. „Man müsste Klavier spielen können...“, dann ginge vieles einfacher. Wie leicht doch gelingt es den Musikerinnen und Musikern die Menschen dort zu erreichen, wo ich sie zu treffen mich als Prediger so oft vergeblich mühe: Im Herzen nämlich und nicht nur im Verstand.
„Man müsste Klavier spielen könne…

Was macht mich zum Ich?

Predigt zu Jesaja 49,1-6

Hört mir zu, ihr Inseln, und ihr Völker in der Ferne, merkt auf! Der HERR hat mich berufen von Mutterleibe an; er hat meines Namens gedacht, als ich noch im Schoß der Mutter war. Er hat meinen Mund wie ein scharfes Schwert gemacht, mit dem Schatten seiner Hand hat er mich bedeckt. Er hat mich zum spitzen Pfeil gemacht und mich in seinem Köcher verwahrt. Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, durch den ich mich verherrlichen will.
Ich aber dachte, ich arbeitete vergeblich und verzehrte meine Kraft umsonst und unnütz. Doch mein Recht ist bei dem HERRN und mein Lohn bei meinem Gott.
Und nun spricht der HERR, der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht bereitet hat, dass ich Jakob zu ihm zurückbringen soll und Israel zu ihm gesammelt werde – und ich bin vor dem HERRN wert geachtet und mein Gott ist meine Stärke –, er spricht: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels wiederzubringen, sondern ic…

Sich regen bringt Segen!

Predigt zu 1. Mose 12,1-4a Predigt zum 5. Sonntag nach Trinitatis in der Johanneskirche Troisdorf
Man kann es ja drehen und wenden, wie man will: Im Endeffekt hat der Volksmund wieder einmal recht: „Sich regen“, sagt der Volksmund, „bringt Segen“.
Um Beides geht es in unserer Geschichte heute: um das Sich-Regen und um den Segen. Das sind zwei Seiten einer Medaille.
Sich regen. Wir leben ja in einer etwas absurden Situation. Seit der Sesshaftwerdung des Menschen hat unsere Spezies wohl noch nie so viel gesessen wie heute. Und zugleich sind die Menschen niemals vorher in Scharen in Fitnessstudios gerannt, um die im Alltag versäumte Bewegung nachzuholen.
Vielleicht gilt diese unausgeglichene Spannung nicht nur für unseren Körper, sondern auch unsere Mentalität:
Hochtrainierte und noch besser bezahlte Spitzensportler, die über das Feld traben, dass der Kommentator es für nötig hält, den Zuschauern zu erklären, dass das keine Zeitlupe ist. In vielen Kommentaren wurde das Ausscheiden des Titelf…

Spiel des Lebens

Predigt zu 1. Petrus 3,8-17
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.
Endlich aber seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, auf dass ihr Segen erbt. Denn »wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen. Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören auf ihr Gebet; das Angesicht des Herrn aber sieht auf die, die Böses tun« (Psalm 34,13-17). Und wer ist's, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert? Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht; heiligt aber den …