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Sich regen bringt Segen!

Predigt zu 1. Mose 12,1-4a Predigt zum 5. Sonntag nach Trinitatis in der Johanneskirche Troisdorf
Man kann es ja drehen und wenden, wie man will: Im Endeffekt hat der Volksmund wieder einmal recht: „Sich regen“, sagt der Volksmund, „bringt Segen“.
Um Beides geht es in unserer Geschichte heute: um das Sich-Regen und um den Segen. Das sind zwei Seiten einer Medaille.
Sich regen. Wir leben ja in einer etwas absurden Situation. Seit der Sesshaftwerdung des Menschen hat unsere Spezies wohl noch nie so viel gesessen wie heute. Und zugleich sind die Menschen niemals vorher in Scharen in Fitnessstudios gerannt, um die im Alltag versäumte Bewegung nachzuholen.
Vielleicht gilt diese unausgeglichene Spannung nicht nur für unseren Körper, sondern auch unsere Mentalität:
Hochtrainierte und noch besser bezahlte Spitzensportler, die über das Feld traben, dass der Kommentator es für nötig hält, den Zuschauern zu erklären, dass das keine Zeitlupe ist. In vielen Kommentaren wurde das Ausscheiden des Titelf…

Spiel des Lebens

Predigt zu 1. Petrus 3,8-17
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.
Endlich aber seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, auf dass ihr Segen erbt. Denn »wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen. Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören auf ihr Gebet; das Angesicht des Herrn aber sieht auf die, die Böses tun« (Psalm 34,13-17). Und wer ist's, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert? Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht; heiligt aber den …

Perfekt!

Konfirmations-Predigt zu Lukas 17, 5-6


Und die Apostel sprachen zu dem Herrn: Stärke uns den Glauben!
Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben hättet so groß wie ein Senfkorn, dann könntet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Reiß dich aus und versetze dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,

„Eine tolle Gruppe! Perfekt!“ – Wie oft ich das in diesem Jahr gesagt habe? Ich weiß es nicht. Und ob ich es jedes Jahr sage, glaube ich nicht!
Jedenfalls war ich begeistert davon, wie schnell ihr als Gruppe untereinander eine Dynamik entwickelt habt: Ganz schnell haben sich Freundschaften gefunden, habt ihr Beziehungen aufgebaut, Cliquen gebildet und seid doch immer offen gewesen für den Rest der Gruppe und wechselnde Konstellationen – Perfekt.
Junge Leute habe ich erlebt, von denen viele offen waren für Fragen, die in die Tiefe gehen: „Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Was erwarten wir? Was erwartet uns?“
Wenn beim Mittagessen zwei Konfirmande…

Geistliche Wirklichkeit

Predigt zu 1. Korinther 2,12-16
Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, damit wir wissen, was uns von Gott geschenkt ist.
Und davon reden wir auch nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen.
Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden.
Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt. Denn »wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen«? (Jesaja 40,13) Wir aber haben Christi Sinn.
Liebe Gemeinde,
Dieser Tage fiel mir ein Buch in die Hände…
Wobei, ehrlich gesagt, es fiel mir nicht in die Hände, sondern zunächst einmal hat es uns eine Dozentin in meiner Supervisionsausbildung empfohlen, und dann wurde ich beim Lesen des Predigttextes daran erinnert und habe gesucht, wo ich…

Neuer Bund und alte Treue

Predigt zu Jeremia 31,31-34 in der Johanneskirche Troisdorf
Liebe Gemeinde,
zwischen Heil und Heil das Jetzt. Zeit im Dazwischen. Nicht gut, nicht böse – bloß kein Heil. Nicht mehr und noch nicht. Unsere Zeit.
Der Sonntag Exaudi – zwischen Himmelfahrt und Pfingsten – führt uns dieses Dazwischen unserer Existenz vor Augen und weiß um die Sehnsucht nach mehr,
der Sehnsucht, die uns Menschen umtreiben kann in diese Zeiten,
die Sehnsucht nach einer Zeit, in der „alle Menschen Brüder sind“,
der Zeit, in der „die Söhne von früheren Sklaven und die Söhne von früheren Sklavenbesitzern auf den roten Hügeln von Georgia sich am Tisch der Bruderschaft gemeinsam niedersetzen können“,
der Zeit, „in der Gott abwischen wird alle Tränen von ihren Augen und der Tod wird nicht mehr sein noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein“,
jener Zeit, in der „Wolf und Lamm beieinander weiden und der Löwe Stroh fressen wird wie das Rind…“
Der Sonntag weiß um die Sehnsucht nach Gottes neuer Welt und ruft dahe…