Andacht zum Volkstrauertag 2024
beim Gedenken der Bundesstadt Bonn
auf dem Nordfriedhof Bonn
Und als einige von dem
Tempel sagten, dass er mit schönen Steinen und Weihegaben geschmückt sei,
sprach Jesus zu ihnen: Es wird die Zeit kommen, in der von dem allen, was ihr
seht, nicht ein Stein auf dem andern gelassen wird, der nicht zerbrochen werde.
Ansage einer Welt in
Trümmern.
Jerusalem 70 nach
Christus.
Mariupol, Charkiv,
Cherson…,
Be'eri, Kfar Aza und Nir
Oz…,
Gaza, Chan Yunis, Deir al Balah…heute.
Heute wie gestern, wie damals
und immer.
Aber nicht das Ende:
Sie fragten ihn aber:
Meister, wann wird das geschehen? Und was wird das Zeichen sein, wenn das
geschehen wird? Jesus aber sprach: Seht zu, lasst euch nicht verführen. Denn
viele werden kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin’s, und: Die Zeit ist
herbeigekommen. – Lauft ihnen nicht nach!
Lauft ihnen nicht nach:
Denen, die Verschwörungen
erzählen und Fake News verbreiten,
die zum Hass aufrufen und
Gewalt predigen,
die Befehle erteilen zu
foltern, zu vergewaltigen, zu töten,
Geiseln zu nehmen und Menschen
zu verschleppen,
Frauen aus Schulen zu
verbannen und Männer in Kriege zu zwingen,
lauft ihnen nicht nach.
Lauft ihnen nicht nach
den Führern und Autokraten
und Diktatoren,
lauft ihnen nicht nach!
Wenn ihr aber hören
werdet von Kriegen und Unruhen, so entsetzt euch nicht. Denn das muss zuvor
geschehen; aber das Ende ist noch nicht so bald da.
Nein, das Ende ist noch
nicht da.
Solange die Erde steht,
werden nicht aufhören
Saat und Ernte, Frost und
Hitze,
Sommer und Winter, Tag
und Nacht…
Kriege wohl aber auch
nicht, und Terror nicht,
Gewalt nicht und Leid und
Tod.
Weil es das wohl immer
gibt,
inmitten der von Gott
geschaffenen Welt,
in der am Anfang alles
gut war,
verloren in menschlicher
Hybris,
so dass es nicht mehr
einfach nur noch gut ist,
weil es das wohl immer gibt,
in dieser Welt
dieses Dichten und
Trachten des menschlichen Herzens,
das böse genannt werden
muss,
nicht immer und überall,
aber doch hier und dort
und jederzeit möglich.
Es ist noch nicht das
Ende.
Darum lohnt es sich,
einzutreten für eine Welt
in der Trümmer wieder
aufgebaut werden,
Leben bewahrt, Frauen und
Kinder geschützt werden.
Eine Welt, in der die
Güter gerecht verteilt sind,
Freiheit erkämpft ist und
Frieden einen Ort hat.
Einen Ort unter uns.
Weil es noch nicht das
Ende ist,
auch dieser Krieg nicht
und jener,
weil kein Krieg das Ende
ist,
lasst uns beten für diese
Welt:
Gott des Friedens,
du liebst das Leben
und willst, dass wir alle
das Leben haben
und es in aller Fülle
leben und gestalten können.
Dich bitten wir:
angesichts der Trümmer
von Krieg und Gewalt –
Wehre den Kriegstreibern,
falle den Gewalttätigen
in den Arm.
Gib Kraft und Stärke den
Menschen
in den Trümmern ihres
Lebens,
und schenke ihnen einen
Neuanfang.
Dich bitten wir,
angesichts der zahllosen
Kriegstoten, der Verwundeten, der Opfer von Kriegsverbrechen –
Tröste die Trauernden in
ihrem Schmerz und
trockne die Tränen der
Hinterbliebenen.
Lass ihre Wut ihnen Kraft
geben,
das Leben leise wieder zu
wagen.
Lass ihr Leid zur Stärke
werden,
die hilft, Gewalt zum
Ende zu bringen.
Dich bitten wir,
angesichts der vielen
Menschen,
die ihrer Rechte beraubt
sind und ihre Freiheit ersehnen.
Stürze die Unterdrücker
vom Thron,
zerbreche jedes Bündnis
aus Patriarchat, Ideologie und staatlicher Gewalt in allen Ländern, in denen es
Frauen unterdrückt und Menschenrechte mit Füßen tritt.
Ewiger Gott,
Du sprichst davon, dass
all das, was wir erleben,
noch nicht das Ende ist.
Wenn Du uns aber warten lässt
auf Deine neue Erde unter einem neuen Himmel,
dann stärke doch wenigstens bis dahin alle,
die diese Erde besser machen wollen.
Gib ihnen Kraft, Liebe
und Besonnenheit.
Amen.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen