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Wehe den Hirten, die sich selbst weiden! - Sollen die Hirten nicht die Herde weiden?

Predigt zu Hesekiel 34 am Sonntag Miserikordias Domini am 18. April 2021 in der Apostelkirche Bonn   Liebe Gemeinde, politisch ganz schön aufgeladen, diese Zeiten! Man spürt den Vorwahlkampf zur Bundestagswahl; Karussell der Kanzlerkandidatinnen und Kandidaten; und immer wieder Corona, Corona, Corona. Grundrechte und Lebensschutz, Bund – Länder, Lockern oder Lockdown. In diesen politisch so aufgeladenen Zeiten wird uns heute als Predigttext eine politische Rede aufgegeben. Sie steht in der Bibel, jenem Buch, in dem es um Gott, die Welt, den Menschen und den Glauben geht – und auch um Sex und Kriminalität und Ackerbau und… Politik. So lesen wir in der Bibel eine – wie ich finde – brillante und im Übrigen im Grunde sehr moderne politische Rede – und das aus dem 6 Jahrhundert vor Christus. Der Prophet Ezechiel hat sie gehalten. I. Ein paar Informationen zum Propheten will ich Ihnen geben, vielleicht helfen Sie zum verstehen seiner Rede. Ezechiel wirkte zwischen 593

Wachsam und nüchtern

  Predigt zu 1. Thessalonicher 5,1-11 am Drittletzten Sonntag des Kirchenjahres am 08. November 2020 in der Trinitatiskirche Bonn   Liebe Gemeinde, das Kirchenjahr neigt sich dem Ende und nimmt damit mehr in den Blick als nur sein eigenes Ende. Die Themen von Vergänglichkeit, von Tod, von Ewigkeit rücken in die Aufmerksamkeit. Themen, an denen sich, wie ich meine, entscheidet, wie ich lebe im hier und jetzt. Es lohnt sich darüber nachzudenken. Dazu lädt uns der Predigttext ein: 1. Thessalonicher 5,1-11: Paulus schreibt: Von den Zeiten aber und Stunden, Brüder und Schwestern, ist es nicht nötig, euch zu schreiben; denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie sagen: »Friede und Sicherheit«, dann überfällt sie schnell das Verderben wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entrinnen. Ihr aber seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme. Denn ihr alle seid Kinder des Lichtes und

Kirche sein im Wettbewerb

  Predigt zu Epheser 6,10-20 am 21. Sonntag nach Trinitatis in der Lutherkirche Bonn Liebe Gemeinde, als Predigttext habe ich Ihnen eine Text mitgebracht, der dringend gepredigt werden muss. Er braucht eine Einordnung, damit er nicht missverstanden wird zur Legitimation von Gewalt im Namen des Glaubens – ob von amerikanischen Evangelikalen nach einer möglichen Wahlniederlage Trumps, oder von rechtsnationalen Katholiken in Polen im Kampf gegen liberale Gesetze, oder von Christinnen und Christen gleich welcher Konfession, die sich angesichts eines islamistischen Terrors gerufen fühlen, den Kampf der Kulturen und Religionen auszurufen. Also bitte, hören Sie nicht nur den Predigttext, sondern auch die Predigt danach.   Ich lese Epheser 6,10-20: Zuletzt: Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mä

Vom Dienst der Gemeinde

Predigt zu Apostelgeschichte 6,1-7 am 13. Sonntag nach Trinitatis in der Matthäikirche Bonn In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir für die Mahlzeiten sorgen und darüber das Wort Gottes vernachlässigen. Darum, ihr lieben Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst. Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben. Und die Rede gefiel der ganzen Menge gut; und sie wählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Judengenossen aus Antiochia. Diese Männer stellten sie vor die Apostel; die